Neuseeländer-Kaninchen: Leitfaden zur Fleischrasse für den Hof
Das Neuseeländer ist das klassische Fleischkaninchen des Hofes - schnellwüchsig, ruhig und leistungsfähig auf kleiner Fläche. Hier steht, was es dir gibt und welche Arbeit ehrlicherweise dazugehört.
Hinweis: Die englische Originalseite ist auf nordamerikanische Reviere ausgerichtet. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln - Jagdschein, Revier und Pacht, Waffen- und Munitionsrecht sowie Jagd- und Schonzeiten sind Sache der Länder bzw. Kantone. Maßgeblich sind die Vorschriften deines Bundeslandes bzw. Kantons und die Vorgaben des Reviers.
Trotz des Namens wurde das Neuseeländer Kaninchen Anfang des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten für Fleisch und Fell entwickelt. Es ist die Maßstabrasse fürs Fleisch auf nordamerikanischen Höfen: ein breites, muskulöses Kaninchen vom kommerziellen Typ, das schnell wächst, verlässlich vermehrt und im Stall ruhig bleibt. Die meisten Selbstversorger halten es rein für die Gefriertruhe.
Ist das etwas für dich?
Gut geeignet, wenn dein Ziel ein stetiger, platzsparender Fleischvorrat ist und du es annehmen kannst, Tiere zur Schlachtung aufzuziehen. Es passt zu Anfängern, kleinen Höfen und den meisten gemäßigten Klimaten. Willst du ein Haustier, Faser oder ein Weidetier, schau dich anderswo um.
Was du bekommst
Fleisch, und viel davon. Ausgewachsene Tiere wiegen 4 bis 5,4 kg. Eine einzelne Häsin kann vier bis fünf Würfe im Jahr bringen, mit je 6 bis 10 Jungtieren. Die Jungtiere erreichen mit 8 bis 12 Wochen ein Schlachtgewicht von 1,8 bis 2,3 kg, bei einer Ausschlachtung von rund 50 bis 60 Prozent. Der weiße Schlag gibt zudem saubere, nutzbare Bälge.
Platz & Unterbringung
Drahtställe erhöht vom Boden, ein Kaninchen je Käfig, rund 76 mal 91 cm für eine Häsin mit Wurf. Schatten und Regenschutz sind unerlässlich; sie vertragen Kälte weit besser als Hitze. Keine Weide und kein Zaun nötig.
Fütterung & tägliche Pflege
Handelsübliche Pellets plus unbegrenzt Heu und sauberes Wasser. Ein Masttier frisst bescheiden, die Futterkosten je Kilo Fleisch sind also niedrig. Die tägliche Routine ist Wasser, Futter und ein kurzer Gesundheitsblick - rund 10 Minuten für ein paar Käfige.
Wesen & Umgang
Ruhig und gutmütig, eine der leichter zu handhabenden Rassen. Rammler können territorial sein und Häsinnen mit Wurf schützend. Kaninchen sind leise, auch wenn Klopfen und Käfiggeräusche nachts tragen.
Gesundheit & Robustheit
Robust bei Kälte, anfällig bei Hitze über rund 29 °C - sorg im Sommer für Schatten, Luftführung und gefrorene Wasserflaschen. Achte allgemein auf Ohrmilben, wunde Sprunggelenke und überwachsene Zähne. Bei jeder Erkrankung, Zucht- oder Medikamentenfrage zieh einen seriösen Züchter und einen Nutztierarzt hinzu.
Der Einstieg
Beginne mit einem Rammler und zwei oder drei Häsinnen von einem seriösen Züchter. Lern junge Tiere zu sexen und führ einfache Zuchtaufzeichnungen. Lass Häsinnen nach einem bewältigbaren Plan neu decken, nicht am Anschlag.
Häufige Fehler
Häsinnen bis zur Erschöpfung überzüchten, Sommerhitze die Tiere töten lassen und Kaninchen zusammen in einem Käfig halten - sie kämpfen und vermehren sich unkontrolliert.