Zaunlinien & Wechselstellen bejagen
Wild kann jeden Zaun überspringen, tut es aber ungern - es quert an tiefen Drähten, Auswaschungen, Toren und Lücken und macht Zaunlinien damit zu menschengemachten Zwangswechseln mit markierten, bejagbaren Querungen.
Hinweis: Die englische Originalseite ist auf nordamerikanische Reviere ausgerichtet. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln - Jagdschein, Revier und Pacht, Waffen- und Munitionsrecht sowie Jagd- und Schonzeiten sind Sache der Länder bzw. Kantone. Maßgeblich sind die Vorschriften deines Bundeslandes bzw. Kantons und die Vorgaben des Reviers.
Ein Zaun ist ein Zwangswechsel, den jemand für dich gebaut hat. Wild überwindet 2,5 Meter, wenn es muss - und wählt das fast nie: Der Bestand quert Zäune an bestimmten, überlieferten Tiefpunkten - dem durchhängenden Draht, wo ein Ast fiel, der Auswaschung unter dem untersten Draht, der Lücke am Eckpfosten, dem offenen Tor - und tritt Wechsel dorthin aus wie Speichen zu einer Nabe. Eine verbuschte Zaunreihe verdoppelt das Geschenk und ergänzt einen Zugkorridor entlang des Drahtes zwischen Feldgehölzen. Eine Zaunlinie zu lesen kostet eine Stunde und zahlt sich über Saisons aus.
Was es ist
Die Querungspunkte und Zugkorridore, die Zäune erzeugen: Überquerungen (tiefer oder durchhängender Draht - achte auf Haare am obersten Strang), Unterquerungen (Auswaschungen und Lücken unter dem untersten Draht), Lücken (Ecken, Tore, umgefallene Abschnitte) und die verbuschten Zaunreihen-Korridore, die Deckungsblöcke über offenen Grund verbinden.
Warum Wild hier ist
Energie und Gewohnheit: Dort zu queren, wo es leicht ist, wird zur Tradition, ausgetreten zu offensichtlichen Wechseln und haarmarkiertem Draht. Zaunreihen-Korridore bieten die einzige Deckung über offenes Ackerland - Schalenwild, Truthühner und jede Niederwildart pendeln in ihnen.
So bejagst du es
Geh den Draht ab und inventarisiere die Querungen (Haare, Wechseltiefe, Trittsiegel in der Erde der Auswaschung) - und bejage dann die Unterwindseite der meistgenutzten Querung, 15-20 m zurückgesetzt. Abends: Querungen zwischen Einstand und dem Feld, auf dem geäst wird. Doppelquerungen am Eckpfosten (wo zwei Zäune zusammentreffen) sind die Premiumvariante. Bei Korridoren nimmst du die Engstelle in der Mitte, wo das Gebüsch ausdünnt.
Den Wind spielen
Zaunaufbauten im offenen Land haben ehrlichen Wind - die Herausforderung ist Deckung für DICH: eine Zeder in der Zaunreihe, eine Buschtasche an der Ecke, ein in die Linie eingebuschter Schirm. Halte deine Witterung parallel zum Zaun, nie den Korridor entlang blasend, in dem Wild anzieht.
Auf der Karte finden
Luftbilder zeigen jede Zaunreihe als genähte Linie zwischen Feldern; Werkzeuge für Grundstücksgrenzen markieren Zäune, die Luftbilder übersehen. Gleiche das mit Wechseln ab, die in Erntestoppeln sichtbar an einem Punkt der Linie zusammenlaufen - das ist die Querung, vom Schreibtisch aus sichtbar und mit einem Gang bestätigt.
Häufige Fehler
Eine zufällig hübsche Stelle AUF der Linie bejagen statt der markierten Querung 80 m weiter, vergessen, dass Haare am Draht die günstigste Wildkamera überhaupt sind, die Regeln des guten Verhältnisses zum Grundeigentümer brechen (beschädige nie einen Zaun, um DIR eine Querung zu machen) und ignorieren, wie ein einziges geöffnetes oder geschlossenes Tor das ganze Muster über Nacht neu verdrahtet.