Felsenhörnchen (Rock Squirrel)
Das große Erdhörnchen des Südwestens - günstige Randfeuerübung mit echten Hygieneauflagen.
Hinweis: Dieses Porträt beschreibt die Art mit Blick auf nordamerikanische Reviere, wie auf der englischen Seite. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln - Jagdschein, Revier und Pacht, Waffen- und Munitionsrecht sowie Jagd- und Schonzeiten sind Sache der Länder bzw. Kantone. Maßgeblich sind die Vorschriften deines Bundeslandes bzw. Kantons und die Vorgaben des Reviers.
Überblick
Das Felsenhörnchen ist eines der größten Erdhörnchen der Vereinigten Staaten, ein stämmiger, buschschwänziger Nager des trockenen Südwestens. Für Jäger ist es klassisches Klein- und Schädlingswild: zahlreich, tagaktiv und über weite Teile seines Gebiets ungeschützt. Es bietet günstige Randfeuerübung und, wo zulässig, ehrliches Wildbret - trägt aber echte Krankheitsauflagen, die es von Baumhörnchen abheben.
Bestimmung & Erscheinungsbild
Erwachsene messen rund 43 bis 53 cm, wovon fast die Hälfte auf einen langen, buschigen Schwanz entfällt, der ihnen ein für Erdhörnchen ungewöhnlich baumhörnchenartiges Aussehen gibt. Das Fell ist meliert salz-und-pfeffergrau-braun, über Kopf und Schultern meist dunkler, zur Keule hin lederfarben ausblassend und unten hell. Sie wiegen etwa 450 bis 700 g und sind damit deutlich schwerer als Antilopen- oder Dreizehnstreifen-Erdhörnchen.
Verbreitung & Lebensraum
Sie kommen im Südwesten der USA vor - Arizona, New Mexico, Texas, Colorado, Utah, Nevada und Teile Kaliforniens und der südlichen Plains - und südwärts bis Mexiko. Dem Namen getreu bevorzugen sie felsigen Grund: Canyonwände, Schutthalden, Blockhalden, Klippen und Trockenrinnen. Ebenso bereitwillig nutzen sie menschengemachten Fels wie Steinschüttungen und Steinfundamente.
Verhalten & Zeichen
Tagaktiv, sitzen sie aufrecht auf hohen Felsen, um sich zu sonnen und zu sichern, und stoßen bei Störung einen scharfen Pfiff aus. Sie sind allesfressend und halbbaumbewohnend, klettern in Sträucher und Bäume nach Samen, Früchten, Insekten, Eiern und Aas. Zeichen sind Baueingänge unter Felsblöcken, benagte Pflanzen und verstreute Losung auf markanten Steinen.
Jagdzeiten & Timing
In den meisten Bundesstaaten ihres Gebiets sind sie nicht jagdbar oder ungeschützt und ohne Schonzeit, ganzjährig mit gültigem Jagdschein bejagbar - das variiert jedoch und muss örtlich geprüft werden. Am aktivsten sind sie vom Frühjahr bis zum Herbst und halten in kühleren Regionen Winterruhe. Sonnige Morgen, wenn sie zum Sonnen auf die Felsen kommen, sind erstklassig.
Jagdmethoden
Spot-and-Stalk und der Ansitz über einer aktiven Felskolonie funktionieren beide gut; sonnige Felswände glasen und in Randfeuerreichweite aufbauen. Eine ruhige Auflage ist bei kleinen Zielen auf mittlere Entfernung unerlässlich. Ein Tier erlegen, ruhig warten - meist kommen die anderen wieder heraus.
Ausrüstung & Optik
Eine .22 LR, .17 HMR oder .22 WMR Randfeuer oder ein gutes Luftgewehr ist ideal, gepaart mit vergrößerndem Zielfernrohr und Zielstock oder Zweibein. Ein Fernglas hilft, Hörnchen zu erkennen, die reglos vor meliertem Fels sitzen. Einweghandschuhe für den Umgang mitnehmen - das zählt hier mehr als bei den meisten Kleinwildarten.
Schussabgabe & Wildbretversorgung
Auf Kopf oder die Herz-Lungen-Tasche hinter dem Blatt halten, um sauber und waidgerecht zu erlegen. Zügig versorgen und immer Handschuhe tragen: Felsenhörnchen können Flöhe tragen, die die sylvatische Pest übertragen, und Wirte für Tularämie sein. Den Tierkörper schnell kühlen und sauber halten.
Fleisch & Speisequalität
Das Fleisch ist essbar, mager und mild, wurde im Südwesten historisch gegessen und gelingt am besten geschmort oder langsam gegart. Vollständig auf eine sichere Kerntemperatur garen, um Parasiten und Bakterien abzutöten. Ältere Tiere sind zäh und eignen sich besser für Eintöpfe als für die Pfanne.
Häufige Fehler
Der größte Fehler ist, die Vorschriftenprüfung zu überspringen, denn der Status unterscheidet sich je Bundesstaat und mitunter je County oder Eigentümer. Hörnchen in aktiven Pestzeiten mit bloßen Händen anzufassen, ist ein echtes Gesundheitsrisiko, keine Formalie. Viele Jäger schießen zudem auf zu weite Entfernungen auf kleine Ziele mit zu schwachen Aufbauten und schießen krank, statt sauber zu erlegen.
Vorschriften & Naturschutz
Das Felsenhörnchen ist häufig und als nicht gefährdet eingestuft, weder bedroht noch gefährdet. Die meisten Bundesstaaten seines Gebiets behandeln es als nicht jagdbare Art oder ungeschütztes Schädlingswild, doch ein Jagdschein und die Einhaltung der Regeln zu Schusswaffengebrauch und Landzugang gelten weiterhin. Die aktuellen Vorschriften von Bundesstaat und County immer vor der Jagd bestätigen.