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Patrone & Energie nach Wildart

Waidgerecht zu jagen heißt, genug Waffe mitzubringen, um sauber zu erlegen. Dieser Ratgeber stellt die üblichen Wildgruppen neben Beispielpatronen und die weithin genannte Mindest-Restenergie. Nimm die Energiewerte als Untergrenze, nicht als Ziel - und denk daran, dass ein gut sitzender Schuss aus einer ausreichenden Patrone jedes Mal einen schlecht sitzenden aus einer Magnum schlägt.

WildgruppeÜbliche ArtenBeispielpatronenMindestenergie
🐇 Niederwild & Raubwild Kaninchen, Eichhörnchen, Fuchs, Kojote, Rotluchs .22 lfB, .17 HMR, .22 WMR, .223 Rem rund 140-540 J
🦌 Wild in Rehwildgröße Weißwedelhirsch, Maultierhirsch, Gabelbock, Schwarzwild, Schwarzbär .243 Win, 6,5 Creedmoor, .270 Win, .308 Win, .30-06 rund 1350 J im Ziel
🫎 Starkes Wild Wapiti, Elch, Karibu, stärkere Bären .308 Win, .30-06, 7 mm Rem Mag, .300 Win Mag rund 2000 J im Ziel
🐗 Schweres Großwild Große Bären, Bison, das stärkste Wild Klasse .300 Mag, .338, .375 H&H ab rund 2700 J im Ziel
🐇 Niederwild & Raubwild: Pass die Patrone an die Größe an: Randfeuer für Niederwild, ein Zentralfeuerkaliber wie .223 für Raubwild in Kojotengröße. In dieser Größenordnung zählt der Sitz des Schusses mehr als die Leistung.
🦌 Wild in Rehwildgröße: Die klassischen Allround-Patronen für Wild dieser Größe. Rund 1350 Joule Restenergie im Ziel gelten weithin als waidgerechte Untergrenze. In Deutschland schreibt § 19 Bundesjagdgesetz für Rehwild mindestens 1000 Joule auf 100 m und ein Kaliber ab 5,6 mm vor.
🫎 Starkes Wild: Ein Schritt nach oben bei der Energie und, mindestens ebenso wichtig, beim Geschossaufbau - ein zähes Geschoss mit kontrollierter Verformung, das zusammenhält und tief eindringt. In Deutschland gelten für alles übrige Schalenwild mindestens 2000 Joule auf 100 m und ein Kaliber ab 6,5 mm.
🐗 Schweres Großwild: Schwere, tief eindringende Geschosse und eine Patrone mit der Energie, aus jedem Winkel an die Kammer zu kommen. Kenn die besonderen Vorschriften für Art und Gebiet.

Die Faustregeln

  • Der Sitz schlägt die Leistung. Energie bringt das Geschoss in die Kammer; sie entschuldigt keinen schlechten Schuss. Kenn deine wirksame Entfernung und lass alles darüber hinaus.
  • Der Geschossaufbau zählt so viel wie das Kaliber. Bei starkem Wild leistet ein zähes, tief eindringendes Geschoss mehr als rohe Energie aus einem weichen.
  • Energie fällt mit der Entfernung. Die Werte hier sind die Energie am Stück, nicht an der Mündung. Prüf die Energie deiner Laborierung auf der Entfernung, auf die du wirklich schießt.
  • Schlag das Recht nach. In Deutschland stehen Mindestenergie und Mindestkaliber für Schalenwild in § 19 Bundesjagdgesetz, in Österreich und der Schweiz in den Landes- beziehungsweise Kantonsvorschriften, und in den USA setzt jeder Bundesstaat eigene Regeln. Die gesetzliche Untergrenze ist nicht immer die waidgerechte - halte dich an die jeweils höhere. Die US-Übersicht steht in den Kaliberregeln nach Bundesstaat (Englisch).

Du schießt mit dem Bogen? Dann nimm den Rechner für die Bewegungsenergie des Pfeils als Entsprechung. Bestätige danach den Abfall deiner Büchse mit dem Haltepunkt-Rechner, setz den Schuss mit der Schussplatzierung, und schlag immer zuerst die Vorschriften deines Landes nach.

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